Am 9. Juli 2026 erklärte die Europäische Kommission die von SAP angebotenen Verpflichtungen – mit denen die wettbewerblichen Bedenken der Kommission hinsichtlich der nachgelagerten Wartungs- und Dienstleistungen von SAP für ihre On-Premises-ERP-Software ausgeräumt werden sollen – für rechtsverbindlich (siehe Pressemitteilung der Kommission; Entscheidung).
Für einen Zeitraum von 10 Jahren hat sich SAP zu Folgendem verpflichtet:
die Voraussetzungen für die Aufteilung der SAP-Systemlandschaft von Kunden in getrennte Bereiche klarzustellen, damit Kunden unterschiedliche Anbieter von Wartungs- und Supportleistungen sowie verschiedene Supportstufen in Anspruch nehmen können;
Kunden in bestimmten Fällen die Kündigung ihrer Lizenzen und der dazugehörigen Wartungs- und Servicegebühren zu ermöglichen;
Kunden im Fall von Veräußerungen die Kündigung oder Übertragung von Lizenzen auf den Erwerber zu gestatten;
einen breiteren Zugang zu Verträgen mit einer einzelnen Bemessungsgröße zu gewähren;
die vertraglichen Regelungen zur ursprünglichen Lizenzlaufzeit klarzustellen;
Wiedereinsetzungsgebühren abzuschaffen und rückständige Wartungsgebühren zu senken; sowie
eine interne Clearingstelle für Beschwerden im Zusammenhang mit den Verpflichtungen einzurichten.
Die Übernahme von Xella durch den weltweit tätigen Baustoff- und Betonlieferanten Holcim weckte bei der Europäischen Kommission wettbewerbliche Bedenken (siehe Pressemitteilung) hinsichtlich des rumänischen Markts für Porenbetonblöcke (AAC, Autoclaved Aerated Concrete).
Als Abhilfemaßnahme verpflichtete sich Holcim, sein Werk in Adjud, Rumänien, das Porenbetonblöcke herstellt, zu veräußern. Das Veräußerungsgeschäft befindet sich derzeit im Verkaufsprozess.
ALCIS fungiert für die Europäische Kommission als Monitoring Trustee und überwacht die Umsetzung dieser Verpflichtungen.
Die Übernahme des US-Zulieferers Spirit AeroSystems durch Boeing löste Wettbewerbsbedenken der EU-Kommission und der US Federal Trade Commission (FTC) im Markt für Flugzeugteile und Verkehrsflugzeuge aus.
Boeing verpflichtete sich, alle Spirit-Standorte und Produktionslinien, die Airbus beliefern (in USA, Frankreich, Nordirland, Schottland, Marokko), an Airbus zu veräußern, sowie einen Standort in Malaysia an den malaysischen Zulieferer CTRM zu übertragen.
ALCIS fungiert als Monitoring Trustee der Europäischen Kommission sowie als Monitor der US-amerikanischen Federal Trade Commission.
Die Übernahme des französischen Schieneninfrastrukturunternehmens Sateba durch den deutschen Konzern Vossloh gab Anlass zu wettbewerblichen Bedenken der französischen Autorité de la concurrence im Markt für Weichenschwellen.
Als Abhilfe verpflichteten sich Vossloh und Sateba, Wettbewerbern von Vossloh in Frankreich Betontragplatten zu fairen, angemessenen und nichtdiskriminierenden Bedingungen zu liefern.
ALCIS ist als Monitoring Trustee der französischen Wettbewerbsbehörde tätig.
Am 12. September 2025 hat die Europäische Kommission die von Microsoft angebotenen Verpflichtungszusagen zur Behebung von Wettbewerbsbedenken bezüglich Teams rechtsverbindlich akzeptiert (siehe Pressemitteilung der Kommission).
Für einen Zeitraum von 7 Jahren bzw. 10 Jahren hat sich Microsoft verpflichtet,
Versionen seiner beliebtesten Softwarepakete ohne Teams und zu einem ermäßigten Preis anzubieten,
Kunden mit langfristigen Lizenzen mehr Möglichkeiten zu geben, zu Paketen ohne Teams zu wechseln,
Interoperabilität zwischen konkurrierenden Tools und bestimmten Microsoft-Produkten für zentrale Funktionalitäten zu gewährleisten, und
Kunden in die Lage versetzen, ihre Daten aus Teams zu extrahieren und in konkurrierenden Anwendungen zu nutzen.
ALCIS wurde als Überwachungstreuhänder ernannt, um die Umsetzung dieser Verpflichtungszusagen zu überwachen, und kann unter MicrosoftTeams.EC-commitments@alcis-advisers.com kontaktiert werden.
Der indirekte Erwerb der Atlas Group (Admiral) durch Tipico, eine Beteiligung der CVC, rief wettbewerbliche Bedenken im österreichischen Markt für Glücksspiel und Sportwetten hervor. Tipico hat sich gegenüber den österreichischen Amtsparteien verpflichtet,
20 eigene Wettshops an einen oder mehrere Erwerber zu veräußern, und
für die Weiterführung von 14, derzeit von Franchisepartnern betriebene Wettshops unter neuer Marke und mit neuer Technologie zu sorgen.
ALCIS überwacht als Überwachungs- und ggfs. Veräußerungstreuhänder die Einhaltung der Auflagen durch Tipico.
Die Fusion der Kontraktlogistikkonzerne GXO (USA) und Wincanton (GB) gab Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken der britischen Wettbewerbsbehörde CMA hinsichtlich des britischen Marktes für spezialisierte Lagerdienstleistungen für Supermärkte.
Als Abhilfemaßnahme verpflichteten sich GXO und Wincanton, das britische Lebensmittel-Lagergeschäft von Wincanton an einen von der CMA genehmigten Käufer zu veräußern. Der Verkaufsprozess läuft derzeit noch.
ALCIS fungiert als Überwachungstreuhänder für die CMA.
Am 23. Mai 2025 hat die CMA Verpflichtungszusagen von Vifor Pharma akzeptiert, um Bedenken der CMA im Hinblick auf potenziell irreführende Kommunikation bezüglich eines Wettbewerbspräparats zur intravenösen Behandlung von Eisenmangelerscheinungen zu adressieren (siehe die nicht-vertrauliche Entscheidung).
Vifor Pharma hat sich verpflichtet,
eine Zahlung an den NHS zu leisten,
eine Kommunikationskampagne auf verschiedenen Kanälen umzusetzen, sowie,
mehrere Compliance-Maßnahmen einzuführen, um die zukünftige Verbreitung potenziell irreführender Aussagen zu verhindern.
Am 22. Juli 2024 hat die Europäische Kommission Verpflichtungszusagen von CSL Vifor für rechtlich bindend erklärt. Mit den Zusagen wird vorläufigen Wettbewerbsbedenken der Kommission im Zusammenhang mit einer möglichen Diskreditierung des intravenösen Eisenpräparats eines Wettbewerbers Rechnung getragen.
Für einen Zeitraum von 10 Jahren hat sich CSL Vifor verpflichtet,
eine umfassende, über verschiedene Kanäle betriebene Kommunikationskampagne einzuleiten,
in externer Werbung oder medizinischer Kommunikation keine Informationen zum Sicherheitsprofil des Wettbewerbsprodukts zu verbreiten, sowie
eine Reihe interner Vorkehrungen zu treffen und Schulungen durchzuführen, um die Einhaltung der Verpflichtungen zu gewährleisten.
ALCIS wurde als Überwachungstreuhänder ernannt, um die Umsetzung dieser Zusagen zu überwachen.
Am 11. Juli 2024 akzeptierte die Europäische Kommission Zusagen von Apple, konkurrierenden Anbietern der Mobile Wallet im EWR für einen Zeitraum von zehn Jahren Zugang zu seiner NFC-Technologie zu gewähren, die das kontaktlose Bezahlen per iPhone in Geschäften ermöglicht (siehe Pressemitteilung der Kommission und die Zusagen).
ALCIS wurde als Überwachungstreuhänder ernannt, um die Umsetzung dieser Verpflichtungszusagen zu überwachen.
Entwickler, die eine Nichteinhaltung der Zusagen vermuten, können eine begründete, schriftliche Beschwerde beim Überwachungstreuhänder einreichen. Verwenden Sie dafür bitte das Beschwerdeformular (Complaint Form) und senden Sie es anApplePay.EC-commitments@alcis-advisers.com oder per Post an:
Alcis Advisers GmbH
Fasanenstraße 73
10719 Berlin, Germany
Beschwerden über die Entscheidungen von Apple über den spezifischen Zugang zum NFC-Entitlement-Programm sind an HCEEntitlementDispute@apple.com zu richten.
Amazon Zusagen an die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA)
Am 3. November 2023 akzeptierte die CMA die von Amazon angebotenen Verpflichtungszusagen, keine Daten von Marktplatzverkäufern für sein eigenes Einzelhandelsgeschäft zu verwenden, einen diskriminierungsfreien Zugang zu Buy Box zu gewährleisten und Verkäufern die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Liefertarife direkt mit unabhängigen Anbietern von Prime-Lieferdiensten auszuhandeln (siehe die Pressemitteilung der CMAand die nicht-vertrauliche Entscheidung).
ALCIS wurde als Überwachungstreuhänder ernannt, um die Umsetzung dieser Verpflichtungszusagen zu überwachen.
Verkäufer und Spediteure, die eine Nichteinhaltung der Zusagen von Amazon vermuten, können eine begründete, schriftliche Beschwerde beim Überwachungstreuhänder einreichen. Dazu verwenden Sie bitte das Beschwerdeformular (Complaint Form) und senden Sie es an amazon.UK-commitments@alcis-advisers.com oder per Post an:
Die Übernahme des deutschen Energiedienstleisters EQOS durch den französischen Baukonzern Eiffage hat bei der EU-Kommission wettbewerbsrechtliche Bedenken im belgischen Bahndienstleistungssektor ausgelöst.
Als Abhilfemaßnahme verpflichteten sich Eiffage und EQOS, die belgische Tochtergesellschaft von EQOS zu veräußern, die auf die Installation und Wartung von Oberleitungen und Gleisen spezialisiert ist. Das zu veräußernde Geschäft wurde an den belgischen Baukonzern Stadsbader verkauft.
ALCIS hat als Überwachungstreuhänder der EU-Kommission fungiert.
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